Die Entladetechnik ist ein zentraler Prozessschritt im Recycling und in der Second-Life-Vorbereitung von Hochvoltbatterien. Für einen sicheren Transport der Batterien ist eine kontrollierte Entladung auf max. 30 % SOC nach UN 3480/UN 3481 notwendig. Vor der Weiterverarbeitung oder Demontage ist eine kontrollierte und sichere Entladung auf 0 V zwingend erforderlich.
Mit dem Modular Test System (MTS) und Modular Contacting System (MCS) bietet Baumann Automation eine flexible, skalierbare Plattform zur automatisierten Entladung von HV-Batterieblöcken – sicher, reproduzierbar und prozessintegriert.

Kontrollierte Entladung vor Recycling und Pre-Treatment
Im Pre-Treatment- oder EOL-Prozess werden Batterieblöcke nach der Diagnose gezielt vom Batteriemanagementsystem (BMS) getrennt und sicher entladen.
Dabei umfasst die Entladetechnik unter anderem:
Kontrolliertes Öffnen der Batterie unter Berücksichtigung des ermittelten Zustands
Trennung der Batterieblöcke vom BMS
Sichere Entladung unbeschädigter Batterieblöcke auf 0 V
Rückspeisung der gespeicherten Energie über eine Senke mit Netzrückspeisung
Übergabe vollständig entladener Batterieblöcke an den Recyclingprozess
Havariefälle können jederzeit diagnostiziert und prozesssicher kontrolliert werden
Für eine sichere und reproduzierbare Hochvolt-Entladung ist eine präzise elektrische Kontaktierung entscheidend. Diese wird durch das Modular Contacting System (MCS) gewährleistet, das eine zuverlässige Stromübertragung auch bei hohen Spannungen und Strömen ermöglicht.
Durch die Energierückspeisung wird nicht nur Sicherheit gewährleistet, sondern auch ein effizienter und nachhaltiger Umgang mit gespeicherter Energie ermöglicht.

Vorteile mit der Entladetechnik von Baumann:
Ganzheitliches Sicherheitskonzept für HV-Batterien
Der Umgang mit gebrauchten Hochvoltbatterien erfordert höchste Sicherheitsstandards. Das MTS berücksichtigt auch außergewöhnliche Betriebszustände und Havariefälle wie Thermal Runaway.
Das integrierte Sicherheitskonzept umfasst:
Sensorbasierte Temperatur- und Zustandsüberwachung
Permanente Überwachung kritischer Parameter
Integration geeigneter Sicherheitsmaßnahmen
Beherrschte Prozessführung auch bei sicherheitskritischen Szenarien
Ziel ist maximale Anlagen-, Prozess- und Personensicherheit über den gesamten Entlade- und Verarbeitungsprozess hinweg.
Entladetechnik als Teil eines modularen Gesamtsystems
Die Entladung ist im MTS nicht als Insellösung konzipiert, sondern als Bestandteil eines modularen Gesamtprozesses für:
Diagnose
Second Life (Re-Use)
Pre-Treatment
End-of-Life (EOL)
Innerhalb dieses modularen Systemansatzes übernimmt das Modular Contacting System (MCS) die sichere Hochvolt-Kontaktierung, während die Entladetechnik die kontrollierte Energieableitung im Recycling- oder Second-Life-Prozess sicherstellt.
Dank des modularen Aufbaus lässt sich der Prozess flexibel an unterschiedliche Batterietypen, Bauformen und Sicherheitsanforderungen anpassen. Ein hoher Automatisierungsgrad – bis hin zur robotergestützten Demontage – ist je nach Anwendung möglich.